Diamant-Zertifikate: Das fünfte C
Oftmals spricht man in diesem Zusammenhang noch vom fünften C, das für „Certificat“ (deutsch: „Zertifikat“) steht. Unabhängige Diamant-Institute wie das Gemmological Institute of America (GIA), Hoge Raad voor Diamant (HRD) oder das International Gemmological Institute (IGI) bestimmen die Qualität von Diamanten anhand der oben genannten 4 Kriterien.
Der Diamant erhält ein individuelles Zertifikat in dem eine Bewertung seiner Qualität nach den vier Kriterien festgehalten wird. Dabei schätzen die Institute nicht den eigentlichen Wert des Diamanten. Das Zertifikat dient als Grundlage für die Preisfindung zwischen Käufer und Verkäufer. Es enthält Informationen darüber, welche Eigenschaften der zertifizierte Diamant besitzt. Durch die international gültigen Qualitätskriterien entsteht für beide Seiten Sicherheit.
Herkunft des Namens
Das Wort Diamant leitet sich vom lateinischen Wort „diamantem“ ab, einer Variante des griechischen Wortes „adámas“ (dt. „unbezwingbar“).
1. Carat, das Karat
Das Gewicht von Diamanten wird in Karat angegeben, wobei 1 Karat (Abkürzung: ct) ein Gewicht von 0,2 Gramm hat. Ein 1 Gramm schwerer Diamant hat also 5 ct. Auch wenn es möglich ist, Diamanten in verschiedenen Zwischengrößen zu bekommen, gibt es typische Diamant-Größen, die bei Käufern und Juwelieren am beliebtesten sind.
Die kleinsten geschliffenen Steine habe ein Diamant-Gewicht von 0,01 ct. Der bekannte, runde Brillant-Schliff ist erst für Steine ab einem Gewicht von 0,05 ct erhältlich.
Diamantgrößen
Diamanten mit einem Gewicht von 0,25 ct werden als Viertelkaräter bezeichnet. Eine beliebte Zwischengröße sind Streine mit 0,30 ct und der Drittelkaräter mit 0,33 ct. Halbkaräter mit 0,50 ct und die berühmten Einkaräter mit 1,00 ct sind die Klassiker. Sie liegen preislich deutlich oberhalb der kleineren Steine.
Um sich die Diamantgrößen besser vorstellen zu können, rufen Sie einfach dieses PDF mit einer Übersicht der Diamantgrößen auf.
2. Color, die Farbe
In seltenen Fällen bringt die Natur Diamanten hervor, die pink, rot, blau, grün, gelb orange oder schwarz gefärbt sind. Je mach Intensität ergeben sich daraus unterschiedliche Bezeichnungen. Die Intensität hat den entscheidenden Einfluss auf den Wert den Diamanten.
Fancy – Bezeichnungen:
F – Faint
VL – Very Light
L – Light
FL – Fancy Light
F – Fancy
FI – Fancy Intense
FV – Fancy Vivid
FD – Fancy Deep
FD – Fancy Dark
Der Einfluss der Fluoreszenz
Unter UV-Licht weisen viele Diamanten den selben Effekt auf, wie ein weißes T-Shirt in der Disko, sie leuchten. Eingestuft wird die Intensität des als Fluoreszenz bekannten Phänomens in die Kategorien none, faint, medium und strong. Fluoreszenz kann als negative Eigenschaft eines Diamanten gewertet werden, denn sie führt bei manchen Steinen dazu, dass diese milchig oder trübe wirken können. Bei einigen Farbdiamanten kann die Fluoreszenz je nach Farbeffekt jedoch auch eine positve Wirkung entfalten.
3. Clarity, die Reinheit
Je weniger Einschlüsse von Fremdmaterial in einem Diamanten zu finden sind, umso höher ist seine Reinheit. Und je reiner – also freier von Einschlüssen – und klarer der Diamant, desto wertvoller ist er. Der Preis steigt mit zunehmendem Reinheitsgrad expotentiell an.
„Lupenrein“ ist sicher der bekannteste Begriff, wenn es um die Reinheit von Diamanten geht. Von einem lupenreinen Diamanten spricht man immer dann, wenn selbst bei zehnfacher Vergrößerung keine Einschlüsse zu erkennen sind. Während größere Einschlüsse (alles ab der Reinheitsklasse PI2) auch für den Laien mit dem bloßen Auge zu erkennen sind, sind kleinere Einschlüsse nur für den Fachmann unter der Lupe sichbar. Für die Reinheit eines Diamanten gibt es folgende, international gültige Reinheits-Klassifikationen:
Bez.
Bedeutung (engl.)
Erklärung
if
internally flawless
bis auf mögliche Oberflächenspuren von der Verarbeitung lupenrein
vvs1/
vvsi
very, very small inclusions
Einschlüsse auch bei 10facher Vergrößerung für den geübten Fachmann nur extrem schwer zu erkennen
vvs2
very, very small inclusions
Einschlüsse auch bei 10facher Vergrößerung nur extrem schwer zu erkennen
vs1/
vsi
very small inclusions
Einschlüsse auch bei 10facher Vergrößerung für den geübten Fachmann nur sehr schwer zu erkennen
vs2
very small inclusions
Einschlüsse sind bei 10facher Vergrößerung schwer zu erkennen
si1
small inclusions
Einschlüsse sind bei 10facher Vergrößerung für den geübten Fachmann zu erkennen
si2
small inclusions
Einschlüsse sind bei 10facher Vergrößerung, jedoch nicht mit bloßem Auge zu erkennen
pi1
Pique I
Einschlüsse mit bloßem Auge gerade noch erkennbar, mindern die Brillanz jedoch nicht
pi2
Pique II
Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, mindern die Brillanz
pi3
Pique III
Einschlüsse mit bloßem Auge leicht erkennbar, mindern die Brillanz deutlich
Welche Art von Einschlüssen gibt es?
Die Einschlüsse werden grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt, Einschlüsse von Fremdmaterial und Kratzer.